Der russische Vatersname

In Russland ist es normal, einen Vatersnamen zu haben. Der russische Präsident heißt zum Beispiel Wladimir Wladimirowitsch Putin. Aber wofür ist der Vatersname eigentlich gut? Muss ich ihn mir merken? Habe ich auch einen Vatersnamen, wenn ich nach Russland komme?

Der Vatersname wird an den Vornamen angehängt, wenn man jemanden höflich ansprechen will oder wenn man von einer dritten Person spricht, die man persönlich kennt. Außerdem hilft der Vatersname manchmal, eine Person eindeutig zu bestimmen. Das ist besonders bei Kombinationen aus verbreiteten Vor- und Familiennamen hilfreich – zum Beispiel Iwan Iwanow.
Der Vatersname besteht aus dem Vornamen des Vaters und einem Suffix. Das Suffix hängt vom Geschlecht der Person ab und davon ob der Name des Vaters mit einem harten oder einem weichen Konsonanten oder einem Vokal endet.
Wenn Iwan Kinder bekommt, kriegen die Jungen den Vatersnamen „Iwanowitsch“ und die Töchter „Iwanowna“. Auch bei allen anderen in Russland lebenden Völkern ist es üblich, den Vatersnamen nach russischem Vorbild zu bilden. Es gibt daher viele Vatersnamen mit tatarischem oder kaukasischem Stamm und der russischen Endung.
Üblicherweise kriegt jede in Russland geborene Person bei der Ausstellung der Geburtsurkunde einen Vatersnamen. Bei ehelichen Kindern wird dafür der Name des Vaters aus der Heiratsurkunde herangezogen. Bei unehelichen Kindern steht es der Mutter praktisch frei, einen beliebigen Namen als Grundlage für den Vatersnamen zu nennen.
Da Russland seit jeher ein Vielvölkerreich ist, tragen Menschen die verschiedensten Vatersnamen, je nach dem aus welcher Region ihre Eltern kommen – aus dem Kaukasus, Zentralasien oder der Grenze zur Mongolei.
Dennoch haben Ausländer zumeist keinen Vatersnamen und es ist nicht notwendig, sich einen zuzulegen.